Traditionelle Chinesische Medizin

Ich arbeite schwerpunktmäßig mit chinesischer Arzneimitteltherapie und Akupunktur. Ich setze auch häufig eine Methode namens „Gua Sha“ ein, über die Sie hier Näheres erfahren.

Bis ins späte 19. Jahrhundert wurde die chinesische Bevölkerung praktisch ausschließlich mit Therapieverfahren der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) versorgt. Dementsprechend viel Erfahrungswissen steckt in TCM-Methoden, deren bekannteste Akupunktur, Arzneimitteltherapie („Kräuterheilkunde“), Tuina-Massage, Qigong, Taiji und Ernährungstherapie sind. Dieses Wissen wurde schon vor 2000 Jahren schriftlich festgehalten, weshalb wir heute auf einen Erfahrungsschatz von über 20 Jahrhunderten zurückgreifen können - was übrigens auch die moderne Wissenschaft auf der Suche nach neuen Wirkstoffen aus Heilpflanzen der TCM tut.

So wie die westliche Medizin erstellt auch die TCM zunächst eine Diagnose und entscheidet dann, welche Methode wie am besten angewandt werden sollte. Der wesentliche Unterschied: die TCM sieht uns Menschen als ein vernetztes System aus unserem materiellen Körper und „Qi“, das mit „Energie“ oder auch „Zusammenspiel der Funktionen“ übersetzt werden kann. Deshalb brauchen wir für eine „chinesische“ Diagnose auch das Tasten des Pulses und die Beurteilung der Zunge, die uns über Qi und andere Aspekte Auskunft geben. Ziel einer TCM-Behandlung ist die Wiederherstellung eines Gleichgewichts im System und die Wiedererlangung seiner Selbstheilungskraft. In der TCM-Terminologie wird das unter anderem als „Gleichgewicht von Yin und Yang“ bezeichnet.

Ich entscheide bei jeder Patientin, ob ihre Beschwerden aus Sicht der modernen westlichen, der „Schulmedizin“, ausreichend untersucht wurden, ob die TCM in ihrem Fall die ausschließliche oder eine ergänzende Behandlung darstellen sollte, und welche sonstigen medizinischen Schritte erfolgen sollten. Hat beispielsweise ein Patient starken Husten aufgrund einer Virusinfektion, so hat unsere westliche Medizin wenig zu bieten, die TCM hingegen kann den Krankheitsverlauf meist deutlich verkürzen. Bei einer Infektion durch Bakterien wiederum ist oft die Verabreichung eines Antibiotikums sinnvoller.

Da die spätestens seit Descartes in unserem Denken verankerte Trennung zwischen Körper und Geist der TCM fremd ist, eignet sie sich auch so gut zur Ergänzung und Optimierung herkömmlicher Therapien.

Unsere moderne westliche und die TCM ergänzen einander sehr gut - die Zeiten des „Entweder – Oder“ sind im Wesentlichen vorüber.