Gua Sha

Gua Sha ist eine alte chinesische und südostasiatische Behandlungsmethode, bei der mit Hilfe eines stumpfkantigen Gegenstandes über die Haut geschabt wird.
Hier sehen Sie einige Werkzeuge zum Schaben in verschiedenen Formen und aus verschiedenen Materialien, z.B. aus Jade und Horn. Wir verwenden am häufigsten einen einfachen chinesischen Suppenlöffel aus Porzellan.

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Die Methode an sich ist recht unspektakulär und wird in der Volksmedizin und als Hausmittel eingesetzt. Nahezu jede Mutter beherrscht Gua Sha, so wie wir mit derselben Verständlichkeit unseren Kindern Waden-, Kartoffel- oder Prießnitzwickel verpassen, wenn sie krank sind. Das Resultat der einfachen Behandlung aber ist erstaunlich. Zunächst ist das optische Ergebnis im ersten Moment beängstigend, denn die Haut sieht nach der Behandlung in der Tat wie misshandelt aus, auch wenn sie nicht verletzt ist. Die roten bis rotblauen Striemen verschwinden innerhalb weniger Tage wieder, das behandelte Areal schmerzt nach der Behandlung überhaupt nicht.

So sieht der Rücken oft nach einer Gua Sha-Behandlung aus:

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Eindrucksvoll ist aber vor allem der therapeutische Effekt, der in Minutenschnelle einsetzt. Verstopfte Nasen beginnen dann plötzlich zu rinnen, Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Verspannungen verschwinden oft im Handumdrehen, beginnende Verkühlungen sind wie weggeblasen, schon längere bestehende Erkältungen können vom Körper schneller überwunden werden.
Dass Gua Sha im Westen bekannt wurde, verdanken wir der New Yorker Akupunkteurin Arya Nielsen, die ein Buch zum Thema verfasst hat, und bei der wir das Verfahren erlernen konnten.

Aus Sicht der TCM bringt Gua Sha ähnlich wie die Anwendung von Saugglocken (Schröpfen) krankhaft gestaute Energien vor allem an der Oberfläche des Körpers wieder zum Fließen. Auch die moderne Medizin erforscht Gua Sha - man fand heraus, dass schon nach einer kurzen Gua Sha-Behandlung ein entgiftendes Enzym im Körper, die Hämoxygenase-1, bis zu 120 Stunden lang deutlich stärker arbeitet.*

Dieser Film aus meiner Praxis zeigt Ihnen, wie eine Gua Sha-Behandlung in der Praxis abläuft. Er dauert mehr als 3 Minuten und benötigt daher etwas Zeit zum Laden.

Mir liegt daran, dass meine Patientinnen und Patienten diese Methode auch selbst erlernen können, denn in vielen Fällen können sie sich durch die rasche Anwendung von Gua Sha daheim Arztbesuche, Zeit und Geld ersparen.

Gua Sha kann man zwar innerhalb weniger Stunden erlernen, man muss aber einige wichtige Punkte wie Anzeigen und Gegenanzeigen, Verhalten nach der Behandlung usw. beachten, weshalb ich von der Anwendung nur aufgrund der hier gebotenen Informationen abrate.

*Kwong, K. K., Kloetzer, L., Wong, K. K., Ren, J., Kuo, B., Jiang, Y., et al. Bioluminescence Imaging of Heme Oxygenase-1 Upregulation in the Gua Sha Procedure. J. Vis. Exp. (30), e1385, doi:10.3791/1385 (2009)